Nachlassverwaltung

Dem Grundsatz der Universalsukzession folgend, tritt der Erbe in sämtliche Rechtspositionen des Erblassers ein, auch in die Schuldnerstellung. Dem Erben stehen aber Möglichkeiten offen, seine Haftung zu beschränken. Diese Beschränkung kann beispielsweise durch das Gestaltungsmittel der Nachlassverwaltung erreicht werden. Die Nachlassverwaltung hat eine Doppelfunktion: Sie ist (neben der Nachlasspflegschaft) zum einen eine Maßnahme zur Sicherung des Nachlasses. Vorrangig besteht ihr Zweck aber in der Beschränkung der Erbenhaftung (§ 1975 BGB). Es handelt sich hierbei um eine vom Nachlassgericht anzuordnende Maßnahme auf Antrag des / der Erben (§ 1981 BGB). Dieses Instrument ist immer dann in Betracht zu ziehen, wenn das Eigenvermögen des / der Erben nicht eindeutig vom Nachlassvermögen zu trennen ist oder der Nachlass unübersichtlich ist. Auch kommt die Anordnung der Nachlassverwaltung auf Antrag eines Nachlassgläubigers in Betracht, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass die Befriedigung der Nachlassgläubiger aus dem Nachlass durch das Verhalten oder die Vermögenslage des Erben gefährdet wird. Eine Nachlassverwaltung ist insoweit auch im Interesse von Gläubigern, die eine Gefährdung ihrer Forderungen befürchten. Der Nachlassverwalter verwaltet dann den Nachlass und tilgt die Nachlassverbindlichkeiten. Mit diesem Gestaltungsmittel kann insbesondere bei einem unübersichtlichen Nachlass, welcher ggfs. auch im In-, und Ausland belegen ist, die Haftung des/der Erben auf den Nachlass selbst beschränkt werden, ohne dass der/die Erben auf ihr Privatvermögen zurückgreifen müssen, um Nachlassverbindlichkeiten zu regulieren.